Archiv 2010

CPA Himmelfahrtlager Friedensau 2010

"Mit Paulus auf Haik"

Vor einer mit Kartons errichteten Mauer sitzen vier Gefangene. Sie sind in schwere Holzblöcke gefesselt. Zwei von Ihnen wurden erst frisch ins Gefängnis geworfen. Sie spüren noch ihre Schmerzen. Der Gerichtsdiener verstand seinen Job als Prügelknecht. Und nun sitzen die beiden, Paulus und Silas - verkörpert durch Johannes Fähndrich von den Baptisten und Matthias Scheel von der CPA - im Knast von Philippi und "lecken" ihre Wunden. Es gab schon bessere Zeiten in ihrem Leben. Doch sie spüren eine tiefe Dankbarkeit. Die Botschaft war unüberhörbar: egal, wo sie sind, sie sind nicht allein, Jesus ist immer bei Ihnen. Die Zuschauer in der Arena vernehmen das leise und dann immer lauter gesungene Lied "Danke Vater, für das Leben, das du gibst ... das du deinen Sohn gabst und mich ... unbeschreiblich liebst". Gespannt schauen und hören die 220 baptistischen und 640 adventistischen Pfadfinder und einige Sabbatgäste aus verschiedenen Gemeinden zu. Die Geschichten mit Paulus sind vielen bekannt, doch durch die Anspielszenen und die lebensnahe Botschaften von Stefan Gelke beim diesjährigen Himmelfahrtslager wurde sie wieder interessant. Mit Jesus stehe ich nicht immer auf der Sonnenseite, aber ich kann mit ihm reden und darf spüren, dass er mich nicht im Stich lässt. Eine Junge aus nicht-christlichen Elternhaus, zum ersten mal beim Hila mit dabei, wollte am Anfang nicht so gern mit zu den Veranstaltungen in die Arena. Beten, Singen, an Gott glauben - damit habe ich doch nichts am Hut. Auf der Rückfahrt erzählt er seinem Gruppenleiter: Du, Andreas, ich habe gebetet - ich habe Jesus gebeten, dass der Regen aufhört. Und das geschah dann wirklich. Während es am Sabbat eimerweise schüttete und das Ganztagesgeländespiel leider abgesagt werden musste, wurden die vielen Zelte und Sachen am Sonntag von Sonne und Wind wieder getrocknet. Die Teilnehmer aus 46 Ortsgruppen über ganz Nord- und Ostdeutschland verteilt, reisten mit guten Erlebnissen zurück in ihre Heimat. Wind und Regen haben die gute Laune und die tolle Atmosphäre in den Lagern nicht verdorben. Dazu trugen auch das gemeinsame Singen mit der Band aus Weißenfels, der bunte Abend, die Sportturniere, das römische Markttreiben und die Lagerfeuerrunden in den Gruppen mit bei. Manch einer hatte sein Halstuch als Zeichen der Freundschaft und Brüderlichkeit unter den Pfadfindern getauscht. Der Blick über den Tellerrand, das Kennenlernen eines anderen Bundes, die Gespräche und der Austausch in den offenen Jurten waren eine Bereicherung für alle Gruppen.

Michael Plietz, Apolda

 

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